Sie haben Fragen?

Wenn Sie Fragen oder Wünsche haben, können Sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen. Schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an:

07141 - 92 40 10

Das Labor

Weltweit ist der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) die zweithäufigste Krebserkrankung der Frau, etwa 350.000 Frauen sterben jährlich an ihr.

Nach Analyse der wissenschaftlichen Daten gibt es ausreichenden Beweis, dass der zytologische Abstrich nach Papanikolaou das Auftreten und die Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs reduzieren kann. Das Vorkommen dieser Erkrankung ist daher unter den gesetzlichen Vorsorgebedingungen in Deutschland extrem unwahrscheinlich geworden. Um eine stadiengerechte Therapie zu ermöglichen stehen neben dem zytologischen Abtsrich weitere Testverfahren zur Verfügung wie immunzytologische Verfahren (L1 oder p16), die Kolposkopie (siehe Dysplasiesprechstunde) und die gezielte Entnahme einer Probebiopsie.

Alle diese ärztlichen Leistungen werden in unserer Praxis angeboten und durchgeführt. Daneben werden im Rahmen der Laboratoriumsmedizin sexuell übertragbare Erkrankungen wie der Nachweis des Humanen-Papilloma-Virus (HPV), HIV, Hepatitis B oder auch Toxoplasmose abgeklärt.

Konventionelle Zytologie

Unter konventioneller Zytologie wird das Aufbringen von Zellmaterial auf einen Objektträger verstanden. Ziel ist es dabei das Zellmaterial möglichst flächenhaft auszubreiten, um eine mikroskopische Untersuchung der Einzelzellen zu ermöglichen. Vor einer mikroskopischen Untersuchung ist eine Färbung der Zellen notwendig, da sie ansonsten für das menschliche Auge nur schlecht sichtbar sind. Es gibt unterschiedliche Färbemethoden für welches das Material entweder zuvor an der Luft getrocknet wird (Trockenfärbung), wie z.B. bei der MGG (May-Grünwald-Giemsa)-Färbung, wesentlich häufiger wird aber die sogenannte Naßfärbung z.B. nach Papanicolaou praktiziert. Dort muss das Präparat mit Alkohol in noch feuchtem Zustand fixiert werden (eine Antrocknung führt zu einem erheblichen Qualitätsverlust!).

Anwendungsgebiete:

  • Zervix und Vagina (PAP-Test)
  • Vulva (Scheideneingang)
  • Anus
  • Urin
  • Ergüsse

Dünnschichtzytologie (ThinPrep und Zytozentrifuge)

(Synonyme: Flüssigkeitsbasierte Zytologie, Liquid-Based-Cytology, Monolayer-Zytologie). Bei ihr wird das in einer Flüssigkeit suspendierte Zellmaterial mit Hilfe mehrerer meist automatisierter Präparationsschritte gereinigt und gleichmäßig verteilt auf einem Objektträger aufgetragen. Anschließend erfolgt wie unter konventioneller Zytologie beschrieben die Anfärbung der Präparate. Bei dieser Technik besteht darüber hinaus die Möglichkeit mehrere Präparate, auch zeitversetzt, aus dem gleichen Untersuchungsmaterial anzufertigen. Auch können weiterführende Untersuchungen problemlos durchgeführt werden (Reflextestung, z.B. Immunzytologie). Es existieren Studien welche der Dünnschichtzytologie eine höhere Detektionsrate insbesondere von höhergradigen Krebsvorstufen am Muttermund bescheinigen. So hat Großbritannien als erstes Land in Europa das Vorsorgeprogramm auf die flüssigkeitsbasierte Zytologie (ThinPrep-Methode) umgestellt. In den USA existiert eine offizielle Zulassung durch die Food and Drug Administration für das ThinPrep und ein weiteres Verfahren. Eine mit Bundesmitteln geförderte Health-Technology-Assessment-Studie hat, insbesondere unter Einbeziehung ökonomischer Faktoren (die Dünnschichtzytologie ist wesentlich teurer als die konventionelle Zytologie), keine entsprechende Empfehlung ausgesprochen. Anwendungsgebiete: siehe konventionelle Zytologie

Immunzytologie

Ziel der Immunzytologie ist es die Dignität (Wertigkeit) einer Veränderung besser abschätzen zu können. Viele der zytologisch nachweisbaren Krebsvorstufen bilden sich wieder nach einiger Zeit zurück. Zwei neu entwickelte molekulare Marker sollen bei der Abschätzung des weiteren Krankheitsverlaufs helfen. p16 (ein zelleigenes Oberflächenprotein) wird in Fällen schwergradiger Veränderungen vermehrt ausgebildet. Allerdings führen auch gutartige Veränderungen zu einer p16-Überexpression. L1 (das HPV-Viruskapsidprotein) kann bei Veränderungen im Zellkern der Zellen nachgewiesen werden und soll eine hohe Immunogenität der Läsion und damit ein hohes Rückbildungspotential anzeigen

In unserem Labor verfügen wir über das mini-vidas-System der Firma Biomerieux zur Testung verschiedener Serumparameter auf Basis eines Immunoassays. Aktuell bieten wir im Rahmen sexuell übertragbarer Erkrankungen folgende Messungen an:

  • Hepatitis B-Ag
  • HIV-Duo-Quick (Antikörper+Antigen)

Diese Parameter sind zudem wichtige Bestandteile der Schwangerenvorsorge und sollen helfen, Infektionen des Feten abzuwenden bzw. früh zu erkennen. Als Ergänzung bieten wir zudem an:

  • Toxoplasmose IgG
  • CMV IgG

Nachweis von 14 HPV high risk Typen mit Hilfe der Invader Technologie. Unabhängig von der Durchführung einer Dünnschichtzytologie wird die Bestimmung aus hierfür entnommenen ThinPrep Proben durchgeführt.

  • HPV-Cervista